Assi-Toni und die Wahrheit über die Frauen
Bester Robert,
wenn der berühmte Toni damit prahlt, wie dankbar ihm seine Buhlen waren, von ihm „mal so richtisch durchgefickt“ worden zu sein, und wie gleichzeitig „roomannndisch” sie das fanden, glaube ich ihm persönlich, wie er da so auf seiner Couch lümmelt, und in der Sache jedes Wort. Aber “des is de Mann fürs Leben!”? Wie beschränkt muss die sein, die er da zu zitieren vorgibt. Es sei denn, sie will ihn zwar “für’s Leben”, aber nur ab und zu benutzen, so wie die Benoîte Groult ihren Fischer in “Salz auf unserer Haut”. Ansonsten gilt doch, welchen Rat die Soziobiologen geben: Für die Kinderaufzucht nimm den Braven, für deren Zeugung das “Vollblutmännchen”. (Richard Dawkins, unser Atheismus-Richi, in “Das egoistische Gen”. Wenn man über all die Strategeme, Niggelig- und Hinterfotzigkeiten, die am Geschlechterspiel von den Evolutionsbiologen beschrieben werden, mehr lesen will: Das Beste und Witzigste dazu ist von Steven Pinker “Wie das Denken im Kopf entsteht”.)
Ehrlich gesagt, sollte mir ein Mädel erzählen: “Ich hab ein Freund, aber der bringt nix im Bett. Des andere alles is okay”, müsste man ihr erwidern, das kann nichts werden. Es sei denn, sie nimmt die Sache in die Hand. Sie kennen den alten Witz, wo der Mann, als er ihn nicht hochkriegt, zu der Frau sagt: “Passiert dir das öfter?”
Was also die Wahrheit über die Frauen ist, wahrheitssuchender Robert? Die Lüge!
Noch einmal Peter Hacks: Aus „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“, einem so fein gesponnenem Lügengewebe, dass selbst sein hochmögender Autor sich darin manchmal verfängt und stolpert: „Man schilt uns Frauen gefallsüchtig, weil wir zu fürchten vorgeben, was wir im Grunde doch wollten: die Liebe des Mannes. Aber wenn wir schon Schelte verdienen, sollte man uns dafür tadeln, dass wir zu wollen vorgeben, was wir fürchten.“
So schließe ich denn mit einem alten Witz: Beschwert sich ein Mann, während er am Himmelstor wartet, bei Petrus, welch ein Natterngezücht dessen Chef aus Adams Rippe gezogen hat. Wie lügenhaft, launisch, eitel, streng „frail“ usw. die Frauen seien. „Wohl wahr“, meint Petrus, „so ist das mit den Frauen. Aber wir haben keine anderen.“

[...] auf ohogeflüster: Michael Domas an Robert Alos, über die liebevollen und die vollblutigen Männer und über Frauen, [...]
Ein feingesponnenes Lügengewebe at Peter-Hacks.dePeter Hacks Seite
17. August 2009 um 06:47