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Sex, Moral und Liebe

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Sehn Sie’s den Mädels an, ob sie wirklich scharf sind?

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Werter Domas,

ich muss mich für mein Schweigen entschuldigen. Das Leben, das Leben, voll ist es und man kommt zu nix (bedeutendem).

Ob man es den Mädels ansieht, ob sie wirklich scharf sind? Das ist eine gute Frage. Mädels denen man es ansieht, solche gibt es sehr wohl, würde ich nochmals unterteilen, in solche, die es perfekt beherrschen und solchen, die es wirklich sind, ohne doppelten Boden.

Die echten “Profi-Freaks” unten den Pornostars, mir kommt da z.B. eine Sasha Grey in den Sinn, behaupten wirklich geil dabei zu sein – was wir auch gerne glauben. Bei jenen ist der Beruf gleichzeitig auch Berufung. Daran zweifeln wir nicht und daraus leitet sich ohne Umwege ihr großer Erfolg ab.

Unterhalb der Liga-”Grey” sozusagen, kommt die große, breite Schicht der Profis. Da wird versucht, gespielt, geblufft, gewollt. Das ist die, ich nenne sie, Arbeiterschicht im Pornobusiness.

Unterhalb der Arbeiterschicht, da wird es wieder interessant (für mich zumindest). Da beginnt der Bereich der Amateure. Da wird es tendenziell wieder echt und authentisch. Da ist Geilheit nicht nur zu sehen, da wird sie auch (vor)gelebt, im wahrsten Sinne des Wortes.

Jedoch ist auch dort zu beachten, daß das Amateur-Genre stellenweise seinem eigenen Erfolg zum Opfer fällt. Denn Porno wäre nicht Porno, wenn dieses sehr erfolgreiche Amateur-Genre (viele Konsumenten/Fans) nicht mit allen Mitteln versucht würde imitiert (versucht, gespielt, geblufft, gewollt) zu werden.

Werter Domas, Sie können sich denken worauf ich hinaus will. Auch bei Porno empfiehlt es sich: Augen auf! Nichts ist, was es zu sein scheint. Porno halt.

Robert Alos

Geschrieben von Robert Alos

25. September 2009 um 16:17

Willst du einer Frau in den Arsch, musst du zuerst in ihren Kopf eindringen

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Schweigsamer Freund,

(denn „Schweigen ist Fülle, Worte sind Hülle“ so ähnlich bei Mascha Kaleko),

nun Sie selber sich entweder keine Internetfilmchen ansehen (aber ist das vorstellbar?) oder es vorziehen, über Ihre Erfahrungen zu schweigen (das ist vorstellbar), habe ich mich in der A.L.-Kennedy-Frage, ob wir mir den Pornomädels Mitleid empfinden müssen, nach einen Fachmann umgetan, und bin auf ein Interview mit dem „berühmtesten Pornostar der Welt“ gestoßen. Es ist zwar schon von 2005, aber in diesen Dingen bleiben die Dinge sich ja gleich.

Rocco Sifredi:

„Die Bescheidenheit ist eine weitere Qualität des Profis. Wer sich auf dem Set als Superrammler gebärdet, macht meistens als Erster schlapp. Entscheidend aber ist, dass man mit der Frau ein Feeling aufbauen kann.“

“Sie lachen, aber die Psyche ist auch im Porno entscheidend. Willst du einer Frau in den Arsch, musst du zuerst in ihren Kopf eindringen. Auf dem Set streckt dir jede den Hintern entgegen, aber nur wenige machen es wirklich mit Leidenschaft. Die Augen alleine verraten dir, ob jemand wirklich scharf ist.“

Und dann auch noch zu Viagra:

„Wenn es nach mir ginge, würde ich Viagra auf dem Set tatsächlich verbieten. Es verschafft den Darstellern zwar einen Dauerständer, nimmt ihnen aber die Geilheit. Wer sich auf natürliche Art erregt, hat diesen tierischen Ausdruck in den Augen, den ein Viagra-Junkie nie haben wird. Kommt hinzu, dass Viagra den Höhepunkt unglaublich in die Länge ziehen kann. Es ist möglich, dass einer eine halbe Stunde rubbeln muss, bis er endlich kommt. Das ist langweilig und törnt die Zuschauer ab.“

Wow, sage ich dazu, gut gebrüllt, Löwe, und denk mir, bei so professionell Professionellen kann die Arbeit ja so unangenehm nicht sein.

Bleibt die Frage: Sehn Sie’s den Mädels an, ob sie wirklich scharf sind?

Großartiges Schauspiel

Michael Domas

Haarige Angelegenheiten

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Robert and Michael Domas:

Also ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Schamhaarentfernung soll der letzt Schrei sein, eine Mode, ein Diktat des Jugendwahns. Die Franzosen tun es schon lange, die Muslime tun es seit dem Mittelalter. Muslime (Männer und Frauen) müssen sich nach den islamischen Reinlichkeitsregeln alle 40 Tage enthaaren, ja, auch da unten. So steht es im Koran, wer hätte das gedacht. Die zuletzt viel beschimpfte “Kindermöse” ist meiner Meinung nach nur alter Wein in neuen Schläuchen.

Dennoch frage ich mich, wie die regelmäßige Intimrasur seit den frühen Neunzigern ihren bespiellosen Siegeszug in abendländische Badezimmer antrat? Meine Antwort darauf: Der Zugang der breiten Bevölkerung zum Medium Porno.

Eine zentrale Ausprägung von Porno ist das Bild, und zwar das Bild wie der Schwanz in die Fotze gleitet bzw. das man als Betrachter mit der Nase auf selbige Szene gedrückt wird. Kann man sich ein solches Bild mit behaarten Geschlechtern vorstellen? Nein, ganz praktisch gesehen, nein. Man würde einfach weniger sehen.

Die Pornokultur hat einen entscheidenden Einfluss auf den Trend zur Intimrasur, das ist Konsens. Zudem steht die haarlose Scham für Jugend, das ist nun mal so, auch wenn eine haarlose Scham nur bei den Jüngsten unter uns naturgegeben ist. Das ist die etwas irritierende Seite des Bildes.

In meiner Generation gibt es keine Ausnahmen mehr. Rasur ist ein Muss, ohne dessen Beachtung es sexuell einsam werden kann. Ich kann das nachvollziehen und bekenne mich dazu. Ja, Porno hat mich versaut, so what!

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Lieber Robert,

sich auf Diskussionen über Haarfällungen im letzten Reservat der Natur einzulassen, ist eine haarige Angelegenheit, über Mode streitet man nicht, sondern wartet sie ab. Selbst Erich Kästners „Klassefrauen“, obwohl es ein klasse Gedicht ist, mufft inzwischen. (Na ja, 1930 ! Was werden Leute über unseren Blog in 80 Jahren sagen.): Kästners Polemik gegen die Rotfärbung der Nägel macht bewusst, wie vergeblich es ist, Einsprache gegen die Torheit zu erheben. Auch kann man immer selber als Mitläufer ertappt werden. Und man vergesse nicht, selbst das Leuchtevolk des abendländischen Geistes, die Griechen, legten allergrößten (und mitleidlosen!) Wert auf das Äußere, auf die Schale, sie waren Fetischisten der Schönheit. Deshalb kringelt es auch so anmutig um die Marmorgemächte der Männer. (Bei den Frauen nicht, gebe ich zu.)

Es ist nur eben bedauerlich, dass intime Gesten, die einem früher von einer Frau geschenkt worden sind, in diesem Falle ihre besondere (!) Nacktheit, nun von einer Modeströmung erzwungen werden, gar vom Pornokonsum angeschoben. Ich empfinde das als Enteignung. Und ganz schlecht wird mir von dem Hygienekiki, der sich hier austoben kann. Hygiene stabreimt sich nicht zufällig auf Hysterie, und wäre unser Thema nicht die Moral, lieber Robert, müssten wir gegen die um sich greifende Fimschigkeit entschieden zu Felde ziehen.

Als Enteignung empfinde ich auch den öffentlichen Gebrauch schmutziger Wörter. Sie lieben das ja, Robert, und ich liebe es an Ihnen. Aber eigentlich sollten solche dunklen Preziosen privat und mit sanfter Stimme ausgesprochen werden, dann entfalten sie, weiß man Inflation zu vermeiden, eine starke Wirkung.

Sie, Robert, trauen der Pornographie sehr viel zu und glauben gar: „Porno ist Alltag, hat den Nimbus des Verruchten verloren und ist längst in der Popkultur angekommen.“ Hätt ich nichts gegen. Nur komme ich über den Einwand meiner Frau nicht hinweg: „Möchtest du, dass deine Töchter das machen? (Pornos, Prostitution usw.)“ Und mir hilft da auch gar kein Argumentieren.

Muss Moral begründet werden können? (Mein Gott, welche Vorlage für die Philister!)

Michael Domas

Im Übrigen halte ich Schönheit für eine zwar begehrenswerte, aber doch notorisch überschätzte Ingredienz von Sex.

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